Traktanden der 96. GV im Detail

Über welche Geschäfte wird an der Generalversammlung 2020 abgestimmt? Und welche Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich zur Wahl in den abl-Vorstand? 

 

Traktandum 4 – Statuten-Teilrevision

Die Teilrevision beinhaltet ein ganzes Paket an Anpassungen, welche in der konsequenten Berücksichtigung aller Aspekte inhaltlich zusammenhängen und eine notwendige Vereinheitlichung darstellen. Der Vorstand beantragt, dieser Teilrevision zuzustimmen, weil damit die Zusammenarbeit in den Kooperationen und für Beteiligungen auf eine klare Grundlage gestellt wird und auch die Kompetenzen geregelt sind. Diese statutarische Verankerung ist aufgrund der laufenden Projekte jetzt
notwendig und leistet Vorarbeit im Hinblick auf die frühestens auf 2022 geplante Gesamtrevision der Statuten. 

4 a) Kooperationen und Beteiligungen regeln
Die abl ist bei grossen Arealüberbauungen zunehmend in Kooperationen mit Wohnbauträgern und Partnern unterwegs. Bereits heute werden die Projekte auf den Arealen Industriestrasse, ewl und Obere Bernstrasse in gemischter Trägerschaft umgesetzt. Diese positive Entwicklung liegt im Interesse des gemeinnützigen Wohnungsbaus und eröffnet mehr Chancen für ein Wachstum in den
verfügbaren Schlüsselarealen in Stadt und Agglomeration. Eine Anpassung der Statuten aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Entwicklung ist erforderlich. So sieht die Statuten-Teilrevision im Zweckartikel (Artikel 2) eine entsprechende Ergänzung vor, ihre Ziele nicht nur mit dem Erwerb von Liegenschaften und Baurechten zu erreichen, sondern auch durch Kooperationen und Beteiligungen. Im Artikel 3 wird dies als neuer Absatz 6 ausgeführt und die Voraussetzung der Gemeinnützigkeit für die abl explizit betont sowie im Artikel 29 die Zuständigkeit für die Wahl der Delegationen geregelt. Als oberstes ausführendes Organ der abl bestimmt der Vorstand, wer Einsitz in die Gremien nimmt.


4 b) Angleichung der Kompetenzsummen
Gleichzeitig wurden die Kompetenzen von Generalversammlung und Urabstimmung überprüft und mit einer Vereinheitlichung der Limite auf 10 Mio. Franken kongruent angepasst (vgl. die gleichlautenden Beträge in den Artikeln 22 Abs. 2 und 24 der Statuten). Dies bietet die erforderliche Grundlage für aktuelle Vorhaben und die zukünftige Entwicklung. Bei dieser Gelegenheit wurde auf Empfehlung der Geschäftsprüfungskommission im ergänzten Artikel 22 zudem die Kredithöhe für die Einberufung einer Urabstimmung bei einem Investitionsvolumen ab 25 Mio. Franken (statt 10 Prozent des Anlagevermögens) festgelegt. 

 

Traktandum 5, Antrag Erneuerung 

Rahmenkredit von 20 Millionen Franken

Bereits seit den 1980er-Jahren steht dem Vorstand ein Rahmenkredit zur Verfügung, welcher ihn ermächtigt, geeignete Grundstücke oder Baurechte in Luzern und den umliegenden Agglomerationsgebieten zu erwerben. Dies neu auch in Kooperationen und Beteiligungen. Es ist besonders wichtig, dass die abl im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie flexibel auf Angebote reagieren kann. Da der Rahmenkredit auf fünf Jahre befristet ist, muss er an der Generalversammlung 2020 erneuert werden. Der Vorstand beantragt deshalb, den Rahmenkredit wieder, um weitere fünf Jahre zu erneuern. 
 

Traktandum 6, Wahlen  

6 a) Neuwahl eines Mitglieds des Vorstands: Nicole Renggli-Frey

Der Vorstand schlägt Nicole Renggli-Frey als Nachfolgerin von Priska Jenni Jurt zur Wahl in den Vorstand vor. Die 39-jährige ETH-Architektin hat im mehrstufigen Bewerbungsverfahren mit ihrer fachlichen Qualifikation und als starke Persönlichkeit überzeugt. Sie erfüllt als erfahrene Architektin das ausgeschriebene Profil mit Schwerpunkt Architektur/Städtebau auf ideale Weise. Mit ihrem strategisch-konzeptionellen Verständnis wird sie die Entwicklung der abl mit einem ganzheitlichen 
Blick für komplexe Planungsprozesse gut unterstützen können. Die Bedürfnisse der Menschen und das sozialräumliche Umfeld stehen in ihrer Arbeit im Mittelpunkt. Sie schätzt die partnerschaftliche Zusammenarbeit und den Austausch mit verschiedenen Projektbeteiligten. Nicole Renggli-Frey ist Partnerin von alp architektur lischer partner ag in Luzern. An der ETH Zürich schloss sie ihr Architekturstudium 2007 ab und absolvierte ebenfalls an der ETHZ 2012 bis 2013 ein CAS in Unternehmensführung für Architekten und Ingenieure. Sie wohnt mit ihrem Mann und den beiden Söhnen in Beckenried, ist gerne sportlich unterwegs und kulturell interessiert. 


6 b) Wiederwahl zweier Mitglieder des 
Vorstands: Patrick Markmiller und Dorothea Zünd-Bienz

Die Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsprüfungskommission werden jeweils auf die Dauer von drei Jahren gewählt. Dieses Jahr stehen die Wiederwahlen zweier Vorstandsmitglieder an: Patrick Markmiller, eidg. dipl. Bauleiter Hochbau, wohnhaft in Kastanienbaum, ist seit 2017 Mitglied des Vorstands und im Ressort Architektur & Entwicklung (Schwerpunkt Immobilienmanagement /FacilityManagement) tätig. Dorothea Zünd-Bienz, dipl. Wirtschaftsprüferin, dipl. Steuerexpertin und Revisionsexpertin, wohnhaft in Hochdorf, ist seit 2014 Mitglied und für das Ressort Finanzen & Controlling verantwortlich. Der Vorstand empfiehlt, diese beiden engagierten und erfahrenen Mitglieder zu bestätigen. 

6 c) Wiederwahl der Revisionsgesellschaft: BDO AG, Luzern

Wie jedes Jahr steht ausserdem die Wahl der Revisionsgesellschaft an – hierzu schlägt der Vorstand vor, die BDO AG, Luzern wiederzuwählen. 
 

Traktandum 8 – Anträge

Antrag Statutenänderung betreffend 
Erarbeitung Kostenmietmodell 

abl-Mitglied Caudio Soldati hat den folgenden Antrag für eine Statutenänderung fristgerecht eingereicht. Der Antrag für Statutenänderung im Wortlaut: 

Die abl erarbeitet ein Kostenmietmodell. Die Erarbeitung und Überarbeitung des entsprechenden Modells wird durch eine Arbeitsgruppe bestehend aus zwei von der Generalversammlung gewählten Genossenschaftsmitgliedern, zwei Mitgliedern der Geschäftsprüfungskommission (GPK), zwei Mitgliedern des Vorstandes und einer Vertretung des MieterInnenverbands vollzogen. Generalversammlung, Vorstand und GPK können die Arbeitsgruppe einberufen, um das Kostenmietmodell zu erarbeiten oder zu überarbeiten. Die Arbeitsgruppe hat das Kostenmietmodell der Generalversammlung zur Genehmigung zu unterbreiten. Begründung: Die abl-Geschäftsstelle erarbeitet aktuell zusammen mit dem Vorstand und der GPK unter Ausschluss von GenossenschafterInnen ein Kostenmietmodell. Das Kostenmietmodell wird unmittelbare Auswirkungen auf die Mietzinshöhen und damit die Haupteinnahmequelle der abl haben. Aus Gründen der Transparenz und der notwendigen Partizipation in Mietzinsangelegenheiten sollen auch MieterInnen resp. GenossenschafterInnen und der MieterInnenverband am Prozess beteiligt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die ganze Breite der Interessen einbezogen wird. 

Der Vorstand empfiehlt einstimmig, 
den Antrag von Claudio Soldati abzulehnen

Begründung: Eine Statutenänderung ist nicht notwendig, da der Auftrag für die Kostenmiete bereits in genügender Klarheit in den Statuten (Artikel 2 und 3) enthalten ist. Der Vorstand nimmt seinen Auftrag im Interesse der abl gemäss Zielsetzungen der Statuten wahr, den Mitgliedern preiswerten und gesunden Wohnraum zu verschaffen und zu erhalten, und orientiert sich insbesondere an den Grundsätzen, ohne jede Spekulation und nicht gewinnorientiert zu handeln. 
Die Steuerung des Prozesses zur Erarbeitung und Überarbeitung des Kostenmietmodells und die Projektorganisation zur Umsetzung sind hingegen nicht auf der Ebene der Statuten zu regeln, sondern liegen in der Verantwortung des Vorstands. 
Der Vorstand nimmt das Anliegen zur Beteiligung der Basis am Prozess zum Kostenmietmodell auf und befürwortet einen Austausch in geeigneter Form (zum Beispiel Echoraum). Die Diskussion kann jedoch erst aufgrund einer konkreten Grundlage erfolgen, die derzeit für das Herbstseminar des Vorstands im November vorbereitet wird. Die genossenschaftliche Partizipation ist ein wichtiges Anliegen der abl und wird in Prozessen zu gesamtgenossenschaftlichen Fragen aktiv gestaltet. 

 

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