Wer hier wohnt, ist gefragt

Kim Schelbert, Illustratino Niels Blaesi
magazin 07/20

Ein Mittagstisch, ein Lesezirkel, ein Pingpong-Turnier – oder was möchten Sie unternehmen, um das Zusammenleben in Ihrer abl-Siedlung zu bereichern? Die Fachstelle Genossenschaftskultur und Soziales unterstützt Ideen aus und für abl-Siedlungen. 

An oberster Stelle steht die Eigeninitiative der Mieterinnen und Mieter, die etwas in ihrer Siedlung bewegen wollen. Katrin Burri und Regula Aepli von der Fachstelle Genossenschaftskultur und Soziales helfen Mieterinnen und Mietern, aktiv zu werden. 

Regula Aepli, welche Unterstützung
bietet die Fachstelle Genossenschaftskultur
und Soziales?
Wir fördern Ideen, die das Zusammenleben stärken. Es geht nicht um einzelne Interessen, sondern um Initiativen, die der Gemeinschaft dienen. Dabei sollen sich unsere Mieterinnen und Mieter selbst einbringen und möglichst eigenverantwortlich und selbstbestimmt handeln und gestalten können. 

Das heisst, ihr mischt euch 
gar nicht zu sehr ein?
Wir wollen die richtigen Fragen stellen, um herauszufinden, was die Menschen genau wollen und wie wir sie dabei unterstützen können. Gewisse Ideen verstossen vielleicht gegen ein Baugesetz, oder die Bedürfnisse anderer müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Dann müssen wir lenken. Wir versuchen jedoch, dass die Leute ihre Vorstellungen, soweit möglich, verwirklichen können. Nicht wir führen aus, sondern sie sollen möglichst vieles selbst machen, damit es wirklich zu «ihrem Ding» wird; das erweist sich oft als nachhaltiger. 

Was wäre das zum Beispiel?
Etwa eine Nachbarschaftshilfe, einen Lesezirkel, einen Mittagstisch für ältere Leute, eine Kinderbetreuung aufbauen oder einen Siedlungsbrunch, einen gemeinsamen Gartentag, ein Pingpong-Turnier organisieren. Es hängt davon ab, worauf die Leute Lust haben und was ihnen dient. Die Mieterinnen und Mieter sind Expertinnen und Experten für ihr Wohnumfeld. Sie wissen am besten, was fehlt, was lässig wäre und wo ungenutzte Möglichkeiten bestehen. Deshalb ist es gut, mit den Menschen zusammen etwas aufzubauen. Die Dinge passen dann zum Ort, an dem sie stattfinden. 

Und wie soll man vorgehen, um etwas
in seiner Siedlung zu organisieren?
Im Gespräch werden Ideen viel klarer; deshalb ist es uns am liebsten, wenn man anruft und sein Vorhaben schildert. Gemeinsam finden wir heraus, ob wir unterstützen können, ob andere aus der Siedlung die Idee bereits mittragen und wer noch einbezogen werden könnte, ob wir mit diesen Personen ein Treffen organinisieren, welche Aufgaben anfallen und wer sie übernehmen könnte. Wenn es bereits ähnliche Ideen aus anderen Siedlungen gibt, vermitteln wir ausserdem zwischen den Genossenschaftsmitgliedern, damit sie ihre Erfahrungen austauschen können. 

Alle Informationen und Kontakt zur Genossenschaftskultur finden Sie hier

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