Bei Familie Staudacher-Kiyai ist immer etwas los. Vier Kinder im Alter zwischen 10 und 20 Jahren sorgen dafür, dass es selten langweilig wird. Und klar ist: Eine sechsköpfige Familie braucht Platz. Als Peter Staudacher und Sahar Kiyai vor rund zwei Jahren in Luzern eine Wohnung suchten, war genau das ihr wichtigstes Kriterium.
In der abl-Siedlung Obermaihof sahen sie eine Wohnung, die dem, was sie suchten, schon sehr nahekam. «Wir haben diese schöne 5.5-Zimmer-Wohnung gesehen, wussten aber, dass es selbst dann knapp werden könnte», sagt Peter rückblickend. Zumal klar war, dass der älteste Sohn Pedram – damals 18 Jahre alt – zunehmend Privatsphäre brauchen würde, solange er noch zu Hause wohnt.
Was insbesondere Sahar überzeugte, war die Möglichkeit, im selben Gebäude zusätzlich ein kleines Atelier zu mieten (siehe Box). «Wir haben es zwar in den Plänen gesehen, dachten aber zuerst, dieses Zumiet-objekt sei nur für gewerbliche Zwecke gedacht», erzählt sie. «Dann wurde uns erklärt, dass es unter anderem für Jugendliche gedacht ist, die noch ein, zwei Schritte vor dem Auszug stehen. Da dachte ich: Das ist genau unsere Situation.»
Mehr Raum für alle
Zwei Jahre später sind die beiden überzeugt: Es war die richtige Lösung. «Für uns Eltern und die jüngeren Geschwister ist klar, dass das Studio Pedrams Reich ist und wir das respektieren», sagt Peter heute. «Gleichzeitig bringt es natürlich auch eine gewisse Entflechtung in den Alltag – alle haben etwas mehr Raum für sich.» Sahar ergänzt: «Das Familienleben findet ja immer noch bei uns hier oben im vierten Stock statt.» Pedram ist regelmässig oben, sitzt mit am Tisch, beteiligt sich am Familienleben. «Es ist wie ein kleines Mehrgenerationenmodell – einfach innerhalb eines Hauses.»
Ideale Situation
Und was sagt Pedram selbst? Wir treffen den heute 20-Jährigen – natürlich – in seinen eigenen vier Wänden. Auf rund 24 Quadratmetern hat er sich bestens eingelebt. «Klar, hier im Parterre kann es vorkommen, dass mal von aussen ein Fussball gegen die Storen knallt. Ansonsten hat man hier aber wirklich seine Ruhe.» Das Studio selbst ist bewusst einfach gehalten. Es gibt keinen Herd, nur eine kleine Teeküche und einen Kühlschrank; bei Bedarf kann Pedram aber auf eine Induktionsplatte zurückgreifen. Dafür verfügt das Studio über eine eigene Nasszelle.