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17. Juni 2026
Weiter wachsen und einfacher Bauen
An der 102. abl-Generalversammlung gab es keine Überraschungen – mit Ausnahme des vorletzten Traktandums.
Die abl besitzt seit 2015 das Gewerbegebäude «Bächler-Siedler» an der Sagenmattstrasse. Nach rund zehn Jahren startet sie einen Transformationsprozess im Rahmen eines schweizweiten Förderprogramms. Ziel ist es, den Bestand nachhaltig zu Wohn- und Lebensraum weiterzuentwickeln.
Es war damals ein Novum, dass die abl eine Gewerbe-liegenschaft kauft – als Baulandreserve für gemeinnützigen Wohnungsbau. Vom Entwicklungspotenzial an diesem Ort überzeugt, führte sie die Liegenschaft als Zwischennutzung, um sie später zu entwickeln. Die Räume der Sagenmattstrasse 7 werden heute durch Gewerbebetriebe und von der Pädagogischen Hochschule Luzern, der Ticketprint und weiteren Gewerbetreibenden zwischengenutzt. Die befristeten Mietverträge laufen noch bis 2030.
Von der Gegenwart in die Zukunft
Die Zeit ist reif für den nächsten Schritt. Die abl stellt sich in den kommenden Jahren der Frage, wie die Liegenschaft mittelfristig dem genossenschaftlichen Zweck, nämlich neuen Wohnraum zu schaffen, zugeführt werden kann: Soll der Gewerbebau abgerissen und stattdessen ein Wohnhaus neu erstellt werden? Ist ein Hochhaus finanzierbar und realistisch? Oder kann ein Erhalt der bestehenden Baute mit Aufstockung und Ausbau gelingen, um kostengünstigen und gleichzeitig qualitätsvollen Wohnraum für unterschiedliche Wohnbedürfnisse zu schaffen?
Um diese grundsätzlichen Fragen vertiefter zu klären, hat die abl gemeinsam mit dem Architektur- und Planungsbüro Metron AG ein Transformationsprojekt beim schweizweiten Förderprogramm «Modellvorhaben Nachhaltige Entwicklung 2025–2030» (siehe Kasten) eingereicht. Dieses wird durch den Bund1 finanziell unterstützt und begleitet. Im Sinne einer umwelt- und ressourcenschonenden Entwicklung sieht das gemeinsame Vorhaben dafür eine Transformationsanalyse vor. Diese wird aufzeigen, ob ausgehend von der heutigen Baustruktur ein qualitätsvoller Wohn- und Lebensraum entwickelt werden kann, der auch eine sozialräumliche Quartierentwicklung nachhaltig unterstützt. Hier ist der Miteinbezug potenzieller zukünftiger Bewohner*innen, quartieransässiger Gruppierungen und verankerter Institutionen ein wichtiges Thema.
Besondere Herausforderungen
Das bisher gewerblich und industriell genutzte Gebäude an der Sagenmattstrasse 7 grenzt südseitig an eine rund 200 m lange und 40 m hohe Felswand. Deshalb werden sich zukünftige Wohnungen im Gebäude hauptsächlich gegen Norden ausrichten. Zudem gibt die auf industrielle Nutzung ausgelegte Tragstruktur die innenräumliche Gliederung vor und der Aussenraum beschränkt sich auf eine das Gebäude umgebende, schmale Fläche.
Das umliegende Quartier ist ein multikulturelles, mit vielen Kindern und Jugendlichen sehr lebendiges Gebiet, das mit der Basel- und Bernstrasse durch den motorisierten Verkehr stark belastet ist. Mit der hohen Bebauungsdichte und einem grossen Anteil an älteren Gebäuden gilt das BaBeL-Quartier auch als «Ankunftsquartier», denn es bietet Menschen mit bescheidenem Haushaltsbudget sehr begehrten Wohn- und Arbeitsraum. Der abl ist es wichtig, dass die Transformationsanalyse auch Antworten darauf gibt, wie die Entwicklung von Wohn- und Lebensraum an der Sagenmattstrasse 7 unerwünschte Nebeneffekte – wie beispielsweise soziale Verdrängung oder die Auflösung gewachsener Nachbarschaftsnetzwerke – minimieren kann.
Potenziale
Die robuste Tragstruktur des Gebäudes bietet gute Voraussetzungen für eine Aufstockung, wodurch zusätzliche Wohnnutzflächen mit grösserer Strukturflexibilität ergänzt werden können, was für den Erhalt der bestehenden Bausubstanz von Bedeutung ist. Auch steht das Gebäude, obwohl nahe am stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt Kreuzstutz (Verkehrsaufkommen rund 30000 Fahrzeuge pro Tag) gelegen, in einer ruhigen Nebenstrasse ohne direkte Lärmbelastung.
Leitfragen für die Transformationsanalyse
Ob und wie sich kostengünstiger und gleichzeitig qualitätsvoller Wohnraum, der sich auf aktuelle und zukünftige Wohnbedürfnisse ausrichtet, an der Sagenmattstrasse 7 realisieren lässt, wird die Transformationsanalyse aufzeigen. Dafür orientiert sie sich an Leitfragen, die sowohl das Gebäude wie auch den Kontext und den Bedarf im Quartier fokussieren: Wie kann ein ursprünglich auf industrielle Nutzungen ausgelegtes Gebäude an einer herausfordernden Lage zu Wohnraum entwickelt werden? Welche ergänzenden Nutzungsangebote können den Bewohner*innen und auch dem Quartier einen gesellschaftlichen und kulturellen Mehrwert bieten? Wie können Übergangsnutzungen sich auf eine neue, längerfristige Nutzung positiv auswirken und auf sie vorbereiten?
Erste Erkenntnisse am Genossenschaftsforum 2026
In der Transformationsanalyse werden die baulichen und sozialräumlichen Herausforderungen integral bearbeitet: Der Einbezug von lokalem Wissen der im Quartier aktiven Organisationen sowie der Bedürfnisse der Quartierbevölkerung bilden zusammen mit der baulichen Analyse eine erste Grundlage, um mögliche Entwicklungsszenarien, abgestimmt auf die lokalen Begebenheiten, auszuarbeiten. Am Genossenschaftsforum im November 2026 stellt die abl diese Szenarien vor und bietet allen interessierten Genossenschafter*innen die Möglichkeit, diese sowie auch darüber hinausgehende Wohnbedürfnisse zu diskutieren. Darauf abgestimmt wird ein Konzept für Übergangsnutzungen und auch die Transformationsanalyse fertig ausgearbeitet. Sie dienen als Entscheidungsgrundlage für die abl zur zukünftigen Entwicklung der Sagenmattstrasse 7.
Wie wollen Siebei der ablin Zukunft wohnen?
Am diesjährigen Genossenschaftsforum vom Samstag, 28. November 2026, 13.00–18 Uhr, möchten wir von Ihnen erfahren, welche Wohnangebote in unserer Genossenschaft künftig stärker vertreten sein sollen – von Familienwohnungen über Clusterwohnungen und Mehrgenerationenwohnen bis hin zu gemeinschaftlichen oder altersgerechten Wohnangeboten.
Die abl freut sich darauf, Sie am Genossenschaftsforum 2026 zu begrüssen und über die Projektfortschritte des Modellvorhabens zu informieren. Weitere Informationen und Anmeldung
«Modellvorhaben Nachhaltige Entwicklung»
Die «Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung 2025–2030» sind ein Förderprogramm des Bundes, das innovative Projekte in Gemeinden, Regionen und Kantonen unterstützt. Ziel ist es, neue Lösungen für aktuelle Herausforderungen in Siedlung, Landschaft und Wohnentwicklung zu erproben. Gefragt sind neue, mutige Ansätze, die direkt angewendet und damit getestet werden. Was funktioniert, soll als Modell für andere Regionen dienen, die mit denselben Herausforderungen konfrontiert sind. Insgesamt fördert der Bund 33 Projekte aus sechs Themenfeldern – im Falle der abl ist dies «Zukunft Wohnen: Den Bestand nachhaltig nutzen und transformieren» –, die finanziell und fachlich begleitet werden. Gleichzeitig fördert der Bund den Austausch, um erfolgreiche Ansätze breit nutzbar zu machen. Die Modellvorhaben gibt es seit 25 Jahren. Weitere Informationen hier.
Metron AG
Metron AG ist ein Schweizer Architektur- und Planungsbüro. Seit 1965 entwickelt das Unternehmen interdisziplinäre Lösungen in den Bereichen Architektur, Raumentwicklung, Verkehr, Landschaft und Umwelt. Rund 160 Fachleute arbeiten an nachhalti-gen Konzepten und Projekten für öffentliche und private Auftraggeber – von der Beratung über Planung bis zur Realisierung.
| Rubrik | Aus der Geschäftsstelle |
| Ausgabe | 06/2026 |
| Autorin | Regula Aepli |
| Fotografie | Stefano Schröter |
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17. Juni 2026
An der 102. abl-Generalversammlung gab es keine Überraschungen – mit Ausnahme des vorletzten Traktandums.
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17. Juni 2026
«Über die letzten 100 Jahre hinweg hat das abl-Logo eine Reise durchlebt, die sowohl den Wandel der Zeit als auch die kontinuierliche Anpassung an neue Technologien und Trends widerspiegelt.