Das oberste Organ der abl ist die Generalversammlung. An dieser entscheiden die Genossenschafter*innen als «Eigentümer*innen» der abl – sehr vereinfacht dargestellt – über die wichtigsten Geschäfte: die Statuten als Grundlage der Genossenschaft; die Finanzen mit der Beschlussfassung über Jahresrechnung, Gewinnverwendung und Verzinsung und die Bildung von Fonds; die grossen Immobilienprojekte (Kauf, Bau, Sanierung oder Kooperationen) und Organisatorisches wie die Wahl der Vorstandsmitglieder. Diese tragen die Gesamtverantwortung für alle Geschäfte der abl, zum Beispiel, dass die Statuten eingehalten und die Beschlüsse der Generalversammlung umgesetzt werden. Und rein theoretisch auch fürs Tagesgeschäft, die Vermietung der abl-Wohnungen.
Bei über 16000 Mitgliedern und 2250 Wohnungen ist das eine Herkulesaufgabe. Deshalb ist der Vorstand befugt, die Geschäftsführung an eine oder mehrere Personen zu übertragen. Er hat dies vernünftigerweise auch getan: Unsere Geschäftsleitung unter der Führung von Armando Wigger haben wir in der März-Ausgabe 2025 vorgestellt. Damit die Verantwortungen definiert und klar abgegrenzt sind, gilt der Grundsatz: Die Geschäftsleitung führt im Auftrag des Vorstands das operative Geschäft. Der Vorstand übernimmt die strategische Führung.
Strategisch oder operativ
Das bedeutet, dass der Vorstand die strategischen Leitplanken festlegt und entscheidet, wie sich die abl entwickeln soll. Dies stets mit Blick auf die Entscheide, die an der Generalversammlung getroffen wurden. Die operative Führung und damit das Tagesgeschäft liegt bei der Geschäftsleitung. Sie setzt die Vorstandsentscheide um und führt die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle. Sie informiert den Vorstand über die Arbeit der Geschäftsstelle, damit dieser Entwicklungen beurteilen und bei Bedarf korrigierend eingreifen kann.
So ist es wichtig, dass die Vorstandsmitglieder fachliche Kompetenz, Erfahrung in Beruf und Leben sowie insbesondere genossenschaftliches Herzblut mitbringen. Denn ein strategisches Gremium lebt von unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen. Und ein Blick auf die aktuelle Zusammensetzung des abl-Vorstands zeigt klar: Der abl-Vorstand ist vielfältig.
Acht Menschen, acht Perspektiven
So verschieden die abzudeckenden Themen von Architektur bis Zusammenleben sind, so unterschiedlich sind auch die Hintergründe, Kompetenzen und Haltungen im Vorstand. Berufliche Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen treffen auf unterschiedliche Lebenswege und Sichtweisen. Das ist für die strategische Arbeit zentral. Denn im abl-Vorstand werden Vorschläge hinterfragt, Argumente ausgetauscht und Entscheide ausdiskutiert. Nicht das schnelle Abnicken ist das Ziel, sondern der möglichst gute Entscheid für die abl – auch wenn man dafür manchmal noch einmal über die Bücher gehen muss. Auffällig ist auch der vergleichsweise tiefe Altersdurchschnitt. Das bedeutet allerdings keineswegs wenig Erfahrung. Die Vorstandsmitglieder bringen volle Rucksäcke mit: berufliches Fachwissen, Führungserfahrung, Kenntnisse aus Politik, Immobilien, Finanzen oder Recht – und nicht zuletzt ihre persönlichen Erfahrungen als Menschen, die sich für die abl engagieren.
Respekt und Verantwortung
Für Präsident Marcel Budmiger, der den Vorstand leitet, ist bei aller Unterschiedlichkeit ein gemeinsamer Nenner spürbar: die Verbundenheit mit der abl und ihren genossenschaftlichen Wurzeln. Die Zusammenarbeit im Vorstand ist freundschaftlich, gleichzeitig sind das Bewusstsein und der Respekt für die grosse Verantwortung vorhanden. Schliesslich werden hier Entscheide getroffen, die die abl nicht nur für die nächsten Monate, sondern teilweise für Jahrzehnte prägen. Zum Glück kann sich der Vorstand auf die beratende Stimme von abl-Geschäftsführer Armando Wigger und die hervorragende Vorbereitung von GL-Assistentin Petra von Holzen verlassen.
Strategische Ausschüsse bringen Tiefe
Gearbeitet wird dabei nicht ausschliesslich an den rund sieben ordentlichen Vorstandssitzungen am grossen Sitzungstisch. Eine Besonderheit der abl sind die strategischen Ausschüsse. In ihnen vertiefen Vorstandsmitglieder gemeinsam mit Vertreter*innen der Geschäftsleitung und weiteren Mitarbeitenden konkrete Themen. So treffen strategischer Blick und operatives Wissen direkt aufeinander – und aus unterschiedlichen Perspektiven entsteht im besten Fall ein gemeinsamer Entscheid. Die drei gemeinsamen Sommer- und Herbstseminartage erlauben es Vorstand und Geschäftsleitung, Schwerpunkte zu setzen und vertieft zu diskutieren. Auch der halbjährliche Austausch mit der Geschäftsprüfungskommission (GPK) gibt dem Vorstand wertvolle Inputs zu allenfalls heiklen Themen.
Dabei müssen sich die verschiedenen Gremien nicht überall einig sein. Unterschiedliche Standpunkte können zu neuen und besseren Lösungen führen. Reibung erzeugt auch Energie. Wichtig ist dabei aber, dass die verschiedenen Haltungen verstanden und respektiert werden. Denn bei der abl arbeiten alle für dasselbe Ziel: bezahlbaren Wohn- und Lebensraum für unsere Mitglieder zu schaffen und zu erhalten – nachhaltig, partizipativ und solidarisch.
Lernen Sie die Mitglieder des abl Vorstands besser kennen: