Manchmal reicht schon ein einfaches «Grüezi», damit aus unbekannten Nachbar*innen ein gutes Miteinander entsteht. Doch was hilft, wenn es laut wird, unterschiedliche Gewohnheiten aufeinandertreffen oder Missverständnisse den Alltag belasten?

«Die abl bietet vielfältigen Wohn- und Lebensraum – mit ihrem gemeinnützigen Wohnangebot fördert die Genossenschaft die Durchmischung von Generationen, sozialen Schichten, Bevölkerungsgruppen und Kulturen.»

Mit diesem Leitsatz bekennt sich die abl zur Vielfalt in unseren Siedlungen und dazu, dass Menschen mit unterschiedlichen Lebensgewohnheiten, Haltungen und Bedürfnissen bei der abl ein Zuhause finden sollen, in dem sie sich wohlfühlen. Wie bereichernd und gleichzeitig herausfordernd diese Vielfalt sein kann, war bereits Thema im abl-magazin und am letztjährigen abl-Genossenschaftsforum. Angeregt von spannenden Diskussionen, bildete sich darauf aus der Mieterschaft eine Arbeitsgruppe, die die Herausforderungen einer vielfältigen Nachbarschaft diskutierte und Lösungsansätze erarbeitete, wie in alltäglichen Wohnsituationen respektvoll miteinander umgegangen werden kann.

Mit gutem Beispiel voran
So zum Beispiel auf die Frage, wir wir Mieter*innen aus der Nachbarschaft, die wir noch nicht kennen, begegnen können, empfiehlt die Gruppe, mit einem einfachen «Grüezi» oder «Wie geht’s?» den Anfang zu machen. Mit diesem ersten kleinen Schritt, der bereits das nötige Vertrauen schaffen kann, ist es später viel einfacher, etwas, das wir als störend empfinden, entspannt anzusprechen.  

Und wer kennt diese Situation nicht: Jemand feiert Geburtstag und hat Freund*innen und Familie eingeladen. Vielleicht wird es laut und spät, woran sich andere stören könnten. Eine einfache Idee ist, die Nachbar*innen vor der Feier zu informieren – oder sie sogar einzuladen. Denn Vielfalt wirkt bereichernd, wenn man Teil davon ist.  

Ebenfalls thematisiert wurde, dass uns eine Gewohnheit unserer Nachbar*innen besonders ärgert, wenn wir glauben, die Person ignoriere unsere Bedürfnisse mit Absicht. Oft sind sich die Verursacher*innen unseres Störgefühls jedoch gar nicht bewusst und reagieren aufgeschlossen, wenn wir sie freundlich darauf ansprechen.

Dies sind nur einige der diskutierten Beispiele für einen wohlwollenden Umgang und positiv gelebte Vielfalt, aus denen die Arbeitsgruppe anschliessend die Leitlinien für ein gelingendes Zusammenleben erarbeitet hat. Es sind Grundsätze, die uns vereinen, nicht trennen sollen.

Was denken Sie?

Die Arbeitsgruppe und die abl freuen sich auf Ihre Inputs zur Weiterentwicklung der Leitlinien für ein gelingendes Zusammenleben. Anschliessend werden wir sie im magazin und auf der abl-Website veröffentlichen, in allen Hauseingängen aufhängen und allen Neumieter*innen abgeben.

Nun möchten die Arbeitsgruppe und die abl von Ihnen wissen, was Sie über diese Leitlinien denken.

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung bis zum 3. Juli 2026 über die Online-Umfrage oder an genossenschaftskultur@abl.ch.