Mit der «Milchstrasse» haben zwei Schwestern im Himmelrich einen Laden eröffnet, der ganz dem Schweizer Käse gewidmet ist. Dass sie sich damit bestens auskennen, liegt in der Familie.

Von links nach rechts: Salome Aggeler, Elina Schuler und Noemie Decurtins

Wonach riecht ein «Aargauer Traum»? Wozu passt ein Stück «Meiringer Mutschli»? Was hat es mit der «Namenlosen Geiss» auf sich? Und ist das etwa jener «Blaue Enzian», den Schlagerstar Heino damals besang? Zugegeben: Das sind Fragen, die sich wohl nur in einem Käseladen stellen. Genauer gesagt in der «Milchstrasse» im Himmelrich. Die Namen gehören nämlich zu vier der zahlreichen Schweizer Käsespezialitäten, die hier über die Theke gehen.
Hinter der «Milchstrasse» stehen Salome Aggeler und Noemi Decurtins. Die beiden Schwestern haben ihr Geschäft Anfang September eröffnet. «Uns ist es wichtig, zu zeigen, was die Schweiz in Sachen Käse alles zu bieten hat», sagt Noemi Decurtins (33) und bringt auf den Punkt, worum es in der «Milchstrasse» geht: Schweizer Käsekultur in seiner ganzen Vielfalt zu zeigen – und die Kundschaft auch mal auf unbekanntes Terrain zu locken. «Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden Gelegenheit bieten, sich durch unser Sortiment durchzuprobieren und mal etwas anderes zu entdecken als nur den immer gleichen Standardkäse», ergänzt ihre 36-jährige Geschäftspartnerin.  

Käse und alles drumherum
Zu entdecken gibt es hier tatsächlich einiges. Die Käsetheke bildet das Herzstück der «Milchstrasse», doch auch ein Blick in die übrigen Kühlregale lohnt sich. Rund 20 verschiedene Raclette-Sorten stehen zur Auswahl, dazu mindestens sieben Fonduemischungen. Darunter das «Sherlock-Holmes-Fondue» aus Meiringen – eine geschmolzene Hommage an jenen berühmten Detektiv, dessen vermeintlich letztes Stündchen bekanntlich bei den nahen Reichenbachfällen geschlagen hatte. Daneben finden sich Joghurts, Grillkäse, Käsekuchenmischungen und Milchkaffees. Und wer nach all dem Käse Lust auf etwas Süsses bekommt, steht ein paar Schritte weiter vor einem ganzen Regal voller Glaces.  

Bei Milchprodukten allein bleibt es aber nicht. Denn zu einem guten Stück Käse gehört für die beiden Schwestern auch das passende Drumherum. So finden sich in den Regalen etwa Birnen- und Feigensenf, Honig aus Rothenburg sowie Wein und andere Köstlichkeiten – alles von Schweizer Produzentinnen und Produzenten, vieles davon aus der Region.

In der Milchstrasse gibt es alles, was das Laktose-Herz begehrt – und vieles darüber hinaus: vom Käse und Joghurt bis zum feinen Wein zum Znacht.

Käse ist Familiensache
Der Fokus der beiden liegt aber klar beim Käse. Und dieser ist Familiensache: Vater Hansruedi lernte ursprünglich Käser und war später als Treuhänder für verschiedende Käsereien tätig. Mutter Gabriela Frei – selbst ausgebildete Käse-Sommelière – veröffentlichte 2020 das Buch «Chäs!». Und während Noemi Decurtins heute Geschäftsführerin der Seiler Käserei AG in Giswil ist, leitet Salome Aggeler den Betrieb der Molki Meiringen. Dass die beiden Schwestern nun gemeinsam etwas Neues aufziehen, ist allerdings eine Premiere. Genau darin lag für Salome Aggeler auch ein besonderer Reiz. Unterstützt werden die beiden von zwei festangestellten Mitarbeiterinnen, eine davon ausgebildete Milchtechnologin. Hinzu kommen sechs Springerinnen, darunter drei ausgebildete Käse-Sommelièren.

Ab 2027 auch mit Events
Künftig soll in der «Milchstrasse» nicht nur probiert, sondern auch veranstaltet werden – etwa mit Produzentinnen und Produzenten oder bei Abenden rund um Käse und Wein. Erste Interessenten gebe es bereits, erzählt Aggeler. Ein Veranstaltungsprogramm ist für 2027 geplant. Und längerfristig? Erst einmal soll sich die «Milchstrasse» im Himmelrich einen Namen machen. Weitere Filialen schliesst Decurtins aber nicht aus: «Ich glaube, das Konzept hat Potenzial.» Bis dahin heisst es: vorbeikommen, probieren – und vielleicht mit einem Käse nach Hause gehen, den man vorher noch nicht kannte.