Klein anfangen und auf die Gäste eingehen
Genau dieses Gefühl möchten Latifa und Sabina auch in ihrem Café vermitteln: einen Ort, an dem sich Menschen willkommen fühlen – und an dem es sich ein bisschen so anfühlt, als würde man nach Hause kommen. Das zeigt sich auch im Angebot. Geplant sind Brunch am Sonntag, Salate, Suppen, Bowls und Sandwiches – unkompliziert und frisch zubereitet. Dazu kommen kleine Backwaren, bei denen Latifa ihre Erfahrung aus der Bäckerei einbringen kann. «Wir wollen klein anfangen», sagt sie. «Und schauen, was unsere Gäste möchten. »Für die beiden passt der Standort perfekt. Mitten in der abl-Überbauung an der oberen Bernstrasse entsteht ein Café, das genau hier seinen Platz findet – als Treffpunkt für das Quartier. «Im Umkreis gibt es eigentlich noch kein anderes Café», sagt Sabina. Gerade darin sehen sie eine Chance. Einen Ort, an dem man sich begegnet, kurz stehen bleibt oder länger sitzen bleibt. Einen Ort, an dem Nachbarinnen und Nachbarn zusammenkommen – und das Quartier ein Stück näher zusammenrückt. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als geradlinig. Besonders das Warten auf die Baubewilligung stellte ihre Geduld auf die Probe. «Es war eine emotionale Achterbahn», sagt Sabina. Obwohl nichts beanstandet wurde, vergingen Monate, ohne dass klar war, wann es weitergeht. Das Warten brachte auch finanzielle Unsicherheit mit sich. «Das belastet natürlich», sagt Latifa. «Man fragt sich irgendwann schon: Kommt das überhaupt zustande?» Gerade in diesen Momenten habe sich gezeigt, wie wichtig sie einander sind. «Wenn eine von uns Zweifel bekam, hat die andere gesagt: ‹Komm, Schwester, wir schaffen das›», erzählt Latifa.
Hinfallen und wieder aufstehen
Aufgeben kam für sie trotzdem nie infrage. «Im Leben fällt man manchmal hin», sagt sie. «Aber das Wichtigste ist, dass man wieder aufsteht.» Heute stehen die beiden kurz vor der Eröffnung ihres eigenen Cafés. Die Vorfreude ist spürbar – genauso wie die Verantwortung, die damit einhergeht. «Wir haben einen gesunden Respekt vor der Aufgabe», sagt Sabina. Man spürt, dass die beiden Schwestern wissen, worauf sie sich einlassen. Und vielleicht ist es genau diese Mischung aus Erfahrung, Bodenständigkeit und gegenseitigem Vertrauen, die ihnen den Mut gegeben hat, diesen Schritt zu machen.