Aufpäppeln und auswildern
Die Kommunikation mit den Menschen im Igelsuchgebiet ist für Mirella Manser ebenso wichtig, wie die feine Nase ihrer beiden Hunde. Wie zum Beispiel bei der Igeldame, die pünktlich um 21.15 Uhr das Areal durchstreifte. «Eine Anwohnerin hat mir freundlicherweise ein SMS geschickt, so konnten wir sie – mittelmässig genährt und mit Atemgeräuschen – in Obhut nehmen und der Igelstation in Ebikon abgeben. Dort wird das Tier entwurmt und aufgepäppelt. Es kommt oft vor, dass Igel Lungenwürmer haben und deshalb geschwächt sind. So, wie ich aber gehört habe, ist das Tier wieder genesen und stark genug. Der Igel wird nun an einem sicheren Ort ausgewildert – genügend weit weg, sonst würde das Tier wieder zurückkehren, sagt Mirella Manser und fügt hinzu: «Wichtig ist, zu wissen, dass wir keine Tiere einsammeln, wenn wir nicht explizit die Erlaubnis der Igelstation erhalten.»
Eine alte Bekannte
Nach fünf Tagen ist die Suche offiziell abgeschlossen, doch ganz in Ruhe hat Mirella Manser die Geschichte nicht gelassen. Am letzten Suchtag entdeckten ihre beiden Hunde Spuren, die auf einen zweiten Igel schliessen lassen: «Viele Spuren, die wir gefunden haben, konnten wir dem ersten Igel zuordnen. Die anderen mussten von einem anderen sein. Die Igelsuche ist wie ein Puzzle, dass sich mit jeder weiteren Spur langsam zu einem klaren Bild zusammensetzt.» Und tatsächlich. Drei Tage nach offiziellem Abschluss fand Keno den zweiten Igel, ebenfalls ein Weibchen, voller Zecken, aber auf den ersten Blick wohlauf. Nun wird sie auf der Igelstation gepflegt, wo sie eine alte Bekannte ist: Sie war bereits letzten Februar auf der Igelstation, weil sie zu früh aus dem Winterschlaf aufgewacht war.