Vergissmeinnicht

Wohnen über dem Littauer Bahnhof

Am 11. August 1875 wurde der Bahnhof Littau eröffnet. Dank des Zimmereggtunnels, der für die Zuglinie Bern–Langnau–Luzern erstellt worden war, wurde die Stadt Luzern direkt mit dem Littauerboden sowie Malters, Wolhusen und dem Entlebuch verbunden.

Damit war auch der Grundstein gelegt für die Entwicklung des Littauer Unterdorfs. 1878 wurde die Postablage für Littau bei der Station eingerichtet. Neben dem alten Bahnhof aus den 1890er-Jahren entstand 1970/71 ein neues Stationsgebäude.

Mit Beginn der 1960er-Jahre entstanden im Bahnhof- und Thorenbergquartier in Littau Wohnhäuser. Auf diesem Bild zu Beginn der 1970er-Jahre sind bereits einige Gebäude westlich der Bahngleise zu sehen. Prominent steht das Wohnhochhaus am Grünauring 12. Das erste Baugesuch für die Liegenschaft wurde von der «Bauherrengemeinschaft Grünauring Littau» im Sommer 1960 eingereicht. Ein Hochhaus im damals erst teilweise überbauten Bahnhofsgebiet war nicht unumstritten. Der Bewilligungsprozess dauerte einige Jahre. Die Baukommission der Gemeinde Littau stimmte dem Vorhaben aber zu und der Gemeinderat bewilligte letztlich den Bau des Hochhauses Grünauring 12 mit dem Nebengebäude Grünauring 8 und 10 entlang der Bahngleise.  

1992 kaufte die abl das Grundstück. 2024 begann die Gesamtsanierung der Liegenschaft aufgrund von gesundheitsschädigenden Schadstoffen in den Wohnungen. Im Zuge dessen wurde das Nebengebäude im Frühjahr 2025 abgerissen. An dieser Stelle entsteht nun ein grüner Erholungsraum für alle Anwohnenden.  

Foto: Stationsgebiet Littau, um 1970 (Stadtarchiv Luzern, N1.5/33:3; Fotografin oder Fotograf unbekannt).

«Vergissmeinnicht» wird von Florian Fischer betreut. Er ist Co-Leiter des Stadtarchivs Luzern und abl-Mieter.