Vergissmeinnicht

Industriestrasse - von Keramik bis Kultur

Auf dem Bild ist das Gebäude Industriestrasse 17 an der Ecke Industriestrasse/Geissensteinring zu sehen. Es wird im Zuge des Projektes Industriestrasse Luzern dem Neubauprojekt der abl weichen. Das erste Lagergebäude an dieser Stelle – damals noch an der Adresse Gasstrasse 8 – wurde 1910 von der Porzellanfabrik Weiden Gebrüder Bauscher GmbH aus der bayerischen Stadt Weiden in der Oberpfalz gebaut. Um 1912 erfolgte die Aufstockung des Gebäudes, womit es sein bis heute bestehendes Aussehen erhielt. In den folgenden Jahren realisierte die Firma mehrere An- und Neubauten für Schuppen und Lager entlang des heutigen Geissensteinrings, wovon ebenfalls die meisten bis heute erhalten blieben.

Um 1920 übernahm die 1903 gegründete Luzerner Firma Bosshardt & Co. die Gebäude und entwickelte sie weiter. Die Firma betrieb an der Industriestrasse 17 ein Handelsgeschäft mit Glas-, Kristall-, Porzellan-, Keramik- und Metallwaren. Seit dem Ende der «Bosshardt-Glasi» Mitte der 1990er-Jahre wird das Haus für Verschiedenes genutzt, etwa für Kultur («Haus zur letzten Lilith»), als Ateliergebäude oder für Büros und Arbeitsplätze.

Links an die ehemalige Porzellanfabrik schliesst das Haus Industriestrasse 15 an, das 1911 von Karl E. von Vivis als Lager- und Bürogebäude gebaut worden war. Von Vivis handelte mit kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken und produzierte bis in die 1970er-Jahre auch eigene Getränke. Das ­Gebäude wird im Rahmen der Überbauung des Industriestrassenareals erhalten bleiben. Die Baugenossenschaft Wohnwerk, die zusammen mit der abl und drei weiteren Genossenschaften die Kooperation Industriestrasse Luzern bildet, wird für den Umbau zuständig sein.  

Bild: Stadtarchiv Luzern, F2a/STRASSEN/INDUSTRIESTRASSE 15/17, um 1980; Fotografin oder Fotograf unbekannt. 

«Vergissmeinnicht» wird von Florian Fischer betreut. Er ist Co-Leiter des Stadtarchivs Luzern und abl-Mieter.

Haben auch Sie Fotografien von «damals» aus den abl-Siedlungen in Ihren Fotoalben? Wir freuen uns, wenn Sie diese mit uns und den Leserinnen und Lesern des magazins teilen möchten. Zusendungen bitte mit Vermerk zu Personen und Siedlungen bitte nur per Post, das professionelle Einscannen überlassen wir dem Archivar. Selbstverständlich erhalten Sie Ihre Bilder wieder zurück.