Vergissmeinnicht
Warmwasser? Keine Selbstverständlichkeit
Nach ihrer Gründung realisierte die abl auf der Himmelrichmatte in mehreren Etappen die heutigen Siedlungen Himmelrich 1 bis 3. Die Wohnungen wurden damals mit Gas- oder Kohleöfen geheizt.

Schon bald befasste sich die Genossenschaft mit der Frage einer zentralen Fernheizung für die Siedlungen. «Man war damals ganz benommen von so einem gewagten Vorschlage. Allein die Erfahrungen in anderen Städten haben da einen mächtigen Impuls gegeben und die Frage wurde sofort ernstlich nach allen Seiten hin eingehend geprüft», schrieb die abl in ihrer Rückschau auf das erste Jahrzehnt ihres Bestehens im Jahresbericht 1934. Die V. und VI. Etappe im Himmelrich (Claridenstrasse, Heimatweg, Tödistrasse), die 1931 bezogen worden waren, wurden dann mit einer Zentralheizung und direkter Warmwasserversorgung ausgestattet, ebenso Teile der ersten Bauetappen der im gleichen Jahr fertiggestellten Siedlung Breitenlachen. Die abl: «Die Wohnungen, ausgestattet mit dieser Heizung (mit Warmwasser), fanden reißenden Absatz. Man hatte wiederum einen guten Griff getan.»
1953 wurden auch die 247 Wohnungen der I. bis IV. Himmelrich-Bauetappen (Neuweg, Bleicherstrasse, Bundesstrasse, Himmelrichstrasse) nachträglich an die Fernheizung angeschlossen: «Die alten Badeöfen sind alle entfernt worden. […] In jeder Wohnung sind drei Warmwasserzapfstellen, und zwar je eine Mischbatterie über dem Schüttstein, der Badewanne (mit Brause) und dem Wandbecken installiert.»
Fotos und Texte über die Fernheizungszentrale an der Claridenstrasse aus den abl-Jahresberichten 1934 und 1953: Fotografin oder Fotograf unbekannt. Weitere Informationen zur Energieversorgung und zur Heizzentrale im Jubiläumsbuch «ABL 100», Fundstück Nr. 69 («Weltpolitik im Heizungsraum»).
«Vergissmeinnicht» wird von Florian Fischer betreut. Er ist Co-Leiter des Stadtarchivs Luzern und abl-Mieter.



























































