Schatten lieber unter Bäumen
Dass der Anspruch, Biodiversität und Wohnqualität unter einen Hut zu bringen, nicht immer einfach zu erfüllen ist, zeigt sich in einem anderen Quartier. Dort steht ein etwa zehn Meter hoher Ahornbaum gleich neben einem Mehrfamilienhaus. An ihm hat Lang zwei Vogelhäuschen befestigt, in dem Vögel brüten könnten. «Wir müssen schauen, ob die Vögel die Kästen annehmen. Ansonsten werden wir sie neu ausrichten müssen.» Nicht alle Bewohnenden finden den Baum toll, denn er wirft im Sommer Schatten auf die Balkone. Den Baum deswegen zu beschneiden oder gar umzusägen kommt nicht infrage.Sowieso, wer es an heissen Sommertagen lieber kühl hat, der sei unter einem Baum viel besser aufgehoben als unter einem Sonnenschirm, weiss Lang. «Der Baum verdunstet über die Blätter Feuchtigkeit, das kühlt die Umgebung.» Ausserdem könne der frische Wind zwischen den Blättern hindurchwehen.
Wir sind hier nur Gäste
Wer mit Lang unterwegs ist, der bekommt einen anderen Blick auf die Umgebung im Quartier. Einen schärferen. Plötzlich ist alles grün, Gräser, Bäume, Sträucher, Blumen, die man vorher kaum wahrgenommen hat, sind auf einmal sehr präsent.Und wer diese Zeilen liest, wird bald feststellen, wie grün die Stadt doch eigentlich ist – würde man sich nur mehr achten. «Ich wünsche mir, dass wir sorgsamer mit der Natur umgehen», sagt Lang. «Wir sind nur Gast hier. Wir kommen auf die Erde, verändern sie und gehen dann wieder.» Aber die Natur bleibe.