Nach dem Erscheinen des Artikels in der September-Ausgabe des Jahres 2022 erwartete das Team der technischen Bewirtschaftung zahlreiche Meldungen von Mieterinnen und Mietern, die in ihren Wohnungen frieren. Tatsächlich trafen ein paar Nachrichten (im tiefen zweistelligen Bereich) ein, aber im Vergleich zur Anzahl Wohnungen (rund 2200) hielt sich der Ärger über kalte Füsse in Grenzen.
Nun ist bereits ein weiterer Winter vergangen und es liegen genügend Vergleichszahlen vor, um ein erstes Fazit zu ziehen. Dazu analysierten wir die Siedlung Hochrüti, die mit Erdgas heizt, und die Siedlung am Obermattweg 3 und 5, die noch Öl verwendet.
Heizgradtage als Vergleichsbasis
Damit der Verbrauch an Öl oder Gas über die Jahre verglichen werden kann, werden die sogenannten Heizgradtage zu Hilfe genommen. Sie zeigen, ob ein Winter kalt war und ob entsprechend oft und lange geheizt werden musste. Heizgradtage haben nichts mit den uns bekannten Tagen mit 24 Stunden zu tun. Heizgradtage zeigen an, wie hoch der Unterschied zwischen der durchschnittlichen Tagesaussentemperatur und der angestrebten Innenlufttemperatur ist.
Ein Beispiel: An einem kalten Wintertag herrschen draussen 2 Grad, in der Wohnung sind es 21 Grad. Die Heizgradtage betragen hier also 19. Diese Tagesdifferenzen werden zusammengerechnet, man erhält die Heizgradtage pro Monat. Es gilt also: Je höher der Wert der Heizgradtage ist, desto kälter war es in diesem Jahr während der Heizperiode.
Übrigens geht man nur von den Tagen aus, an denen die durchschnittliche Aussentemperatur unter 12 Grad Celsius fällt. Denn bei Temperaturen darüber liegt die «natürliche» Wärme in der Wohnung meist auch über 21 Grad Celsius und es muss nicht geheizt werden.
Erdgas in der Hochrüti
Das Haus an der Hochrütistrasse 38 wurde 1998 käuflich erworben. Acht 3.5-Zimmer-Wohnungen bieten 13 Personen ein Zuhause. Die Wohnungen der Hochrüti werden mit Erdgas beheizt.
Die reinen Zahlen des Erdgasverbrauchs (siehe Tabelle oben) scheinen je nach Quartal zurückzugehen, doch eine eindeutige Tendenz ist nicht auszumachen. Nimmt man jedoch wie vorhin beschrieben die Heizgradtage für den Vergleich zu Hilfe, sieht man, dass sich der Verbrauch auch im Verhältnis zu den Heizgradtagen eindeutig nach unten bewegt: vom Verbrauchskennwert 35 im zweiten Quartal 2022, wo die Heizkurve noch nicht auf 21 Grad begrenzt wurde, zu 26 im vergleichbaren und temperaturtechnisch von der abl begrenzten zweiten Quartal 2023.