Welche Rolle haben die Mieterinnen und Mieterin einem nachhaltigen Energiekonzept?
Eine entscheidende. Sie können mit ihrem Verhalten direkt steuern, wie viel ein Haus oder auch eine ganze Siedlung an Energie verbraucht. Mit ein wenig reduzierten Bedürfnissen seitens Mieterschaft wäre ein enormes Optimierungspotenzial vorhanden. Ein Grad weniger bedeutet bis zu 10 Prozent weniger Heizkosten im Jahr. Wir sollten uns von der Vorstellung definitiv verabschieden, im Winter mit T-Shirt und kurzen Hosen in der Wohnung herumlaufen zu wollen.
Was sind denn die grössten Energiesünden?
Klassiker wie das geöffnete Kippfenster. Dadurch verliert man viel Wärme und die entweichende feuchte Luft führt zu Feuchteschäden an der Fassade. Also unbedingt fünfmal am Tag Stosslüften, solange die Heizung in Betrieb ist. Lieber einmal zu viel, dafür nur ein bis zwei Minuten.
Zurzeit wird viel über Versorgungssicherheit gesprochen. Hat diese einen Einfluss auf die Energieleitlinien?
Ja, klar. Geopolitisch ist es nicht nur fragwürdig, Gas aus Russland zu beziehen. Auch unser Erdöl kommt unter anderem aus Libyen, Nigeria und Saudi-Arabien, was politisch nicht weniger problematisch ist. Deshalb ist es schön, wenn man die Energie aus heimischen Quellen beziehen kann. Dazu soll das Leitbild bei-tragen.
Tipps zum Energiesparen gibt es unter: abl.ch/energiesparen