Welches Ziel hat die abl-Energiestrategie für ihren Gebäudepark?
Die abl plant, alle bestehenden fossilen Wärmeerzeuger bis spätestens 2032 vollständig zu ersetzen. Bis 2032 sollen auf allen potenziell nutzbaren abl-Dachflächen Photovoltaikanlagen installiert werden. Der Eigenverbrauch aus abl-eigenen Solarstrom-Anlagen wird in allen Gebäuden sinnvoll und optimiert ausgenutzt. Die Gebäudehüllen werden laufend nach dem neuesten Energiestandard oder besser saniert. Beim Energieversorger wird nach Möglichkeit fossilfreie Fernwärme bestellt. Mit diesen Massnahmen lassen sich die Klimaziele der Stadt Luzern, des Kantons und des Bundes erreichen.
Wie sieht der Zeitplan für diese Umsetzung aus?
Der Anteil der CO2-Emissionen der fossilen Wärmeerzeuger sinkt von 95 Prozent im Jahr 2022 auf praktisch rund 10 Prozent Ende 2031. Ab 2032 verbleiben noch ungefähr 10 Prozent respektive bis 2050 etwa 8 Prozent der ursprünglich im Jahr 2022 verursachten CO2-Emissionen. Spitzenlasten werden nach wie vor mit fossilen Brennstoffen gedeckt werden müssen.
Auch die abl hat das Ziel, dass ihre CO2-Bilanz «Netto-Null» ist. Was bedeutet das überhaupt?
Gemäss «Leitkonzept der 2000-Watt-Gesellschaft»* bedeutet die Forderung «Netto-Null», dass es ein Gleichgewicht zwischen den durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen gibt. CO2-Emissionen können auf zwei Arten gesenkt werden: auf natürliche und auf technische Weise. Zu den natürlichen CO2-Aufnahmequellen zählen etwa die CO2-Aufnahmekapazitäten von Wäldern, Feuchtgebieten, landwirtschaftlichen Böden oder Gewässern. Technisch kann das ausgestossene CO2, beispielsweise beim Verbrennen von organischem Abfall, aufgefangen und eingelagert werden. Wichtig zu ergänzen ist, dass die abl das Ziel «Netto-Null» nicht allein erreichen kann und in vielen Siedlungen auf Partner wie ewl mit Fernwärme aus erneuerbarer Energie angewiesen ist. Doch auch die Mietenden können hier einen sehr wichtigen Beitrag leisten, indem sie beispielsweise die Energiesparempfehlungen des Bundes befolgen.
Wodurch sollen die fossilen Heizungen in den abl-Gebäuden ersetzt werden?
Heute noch mit Erdgas oder Erdöl betriebene Heizungen sollen sukzessive durch Anschlüsse an Fernwärmenetze beziehungsweise Wärmepumpen mit Umweltwärme oder auch Holzschnitzelheizungen ersetzt werden. Die Wahl des Energieträgers wird durch die Lage der Gebäude (zum Beispiel keine Erdsonden möglich), das direkte Umfeld, die benötigte Energiemenge und deren Erhältlichkeit beeinflusst.
Wie nachhaltig sind die abl-Immobilien schon heute?
Heute werden 72 Prozent der beheizten Gebäudenutzflächen fossil beheizt (Feuerungen mit Erdgas 71 Prozent oder Erdöl 1 Prozent). Für die restlichen 28 Prozent der beheizten Gebäudenutzflächen werden bereits Wärmepumpen (Umweltwärme) oder Fernwärme benutzt.
Was macht die abl bezüglich Eigenstromversorgung?
Laut Zielvorgabe der Stadt Luzern soll bis im Jahr 2050 die solare Stromverbrauchsabdeckung bei mindestens 25 Prozent liegen. Bei der abl wird der Solarstrom-Deckungsgrad bereits im Jahr 2036 rund 68 Prozent betragen. Der Eigenverbrauchsanteil wird bei rund 31 Prozent liegen. Die Ziele der Stadt Luzern werden damit deutlich übertroffen. Bei Umsetzung der Photovoltaik-Strategie wird die abl von der Firma Zagsolar AG unterstützt.