In eigener Sache

Damit es niemandem stinkt

Schön ordentlich stehen sie da, die Behältnisse im Entsorgungsraum der Siedlung Himmelrich 3. Hin und wieder wird hier allerdings Abfall deponiert, der nicht in diese Container gehört und separat entsorgt werden muss. 

Die Hauswarte in den abl-Siedlungen sind von den Themen Kehricht und Entsorgung ­gefordert. Manchmal sind ihre Nerven ordentlich strapaziert. Mit Humor begegnen sie ­Abfallsünderinnen und -sündern und appellieren an die Verantwortung.

Wo viele Menschen leben, gibt es viel Abfall. Hauskehricht, Grüngut, Karton und Papier müssen abgeholt und weiterverarbeitet werden. Das erledigen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Strasseninspektorats der Stadt Luzern. Damit dieser Service klappt, muss einiges stimmen. Wird der Kehricht aller Art nicht sachgerecht bereitgestellt, wird er nicht mitgenommen – das ist eine Binsenwahrheit, die eigentlich alle kennen sollten. Trotzdem ist es für die Verantwortlichen eine tägliche Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.
Das weiss zum Beispiel Pius Ineichen, der im Himmelrich 1, 2 und 3 Hauswart ist. «Bei rund 250 Wohneinheiten wird es schon dann mühsam, wenn sich nur ein paar wenige nicht an die korrekte Entsorgung halten», sagt er. Die Verpackung des Flachbildschirms mit Styropor und Plastik in die Kartonabfuhr werfen oder die Pizzaschachtel inklusive Speiseresten entsorgen – das komme immer wieder vor. «Manche Leute sind sich nicht bewusst, wie viel Arbeit das nachher anderen zum Sortieren gibt. Oder vielleicht ist es ihnen auch egal, frei dem Motto: Nach mir die Sintflut.»

Hilfsgärtner Luca Ricci sorgt für Sauberkeit in der abl-Siedlung Maihof. Er würde sich Aschenbecher wünschen, damit keine Zigarettenstummel auf der Strasse oder im Rasen landen – wie dieser alte Gartenstuhl, der nicht korrekt entsorgt worden ist.

Lieber mit Humor informieren
Im Himmelrich-Neubau gibt es einen Entsorgungsraum, das war eine Auflage der Stadt. Dort deponieren die Mieterinnen und Mieter ihren Kehricht in den entsprechenden Containern, allerdings nur Güsel, Papier, Karton und Grüngut. «Manche checken leider noch immer nicht, dass beispielsweise Glas oder PET nicht hierhin gehört, und stellen es einfach trotzdem hin», sagt Ineichen. Er ist es, der dann dafür sorgen muss, dass diese Materialien separiert und korrekt entsorgt werden. Was tun mit diesen schwarzen Schafen? ­«Immer wieder informieren. Ich habe auch schon eine leere Pizza­schachtel zur Verdeutlichung neben das Plakat mit den Regeln gehängt.» Die Polizei spielen oder strafen sei der falsche Weg, um das Bewusstsein und die Verantwortung der Umwelt gegenüber zu schärfen. «Mit witzigen und visuellen Hinweisen erreicht man vermutlich mehr», meint der Hauswart.

Eltern sollten Vorbilder sein
Das sieht auch sein Kollege so: Luca Ricci ist als Hilfsgärtner mitverantwortlich für die Ordnung rund um die abl-Siedlung Maihof. Hier werden Kehricht und Co. in Ausbuchtungen am Trottoir bereitgestellt und selbstredend funktioniert es auch hier nicht mit allem. Etwa wenn Sperrgut nicht oder falsch frankiert sei und nachher einfach herumstehe. «Und beim Karton herrschte teilweise ein Durcheinander. Seit es jedoch einen ­Extra- Container dafür gibt, ist es viel besser», sagt Ricci, der selbst in dieser Siedlung aufgewachsen ist und viele Bewohnerinnen und Mieter persönlich kennt. «Das macht meinen Job einfacher: Ich kann auf die Leute zugehen und umgekehrt schätzen sie es, dass ich hier alles in Schuss halte.»
Potenzial sieht Luca Ricci beim Kleinabfall: «Die wenigsten Menschen stecken ihre Zigarettenstummel oder den Kaugummi in die Handtasche, um diesen Müll dann daheim zu entsorgen. Gäbe es ein paar Aschenbecher und kleine Abfallkübel auf dem Gelände, würden vermutlich auch diese Sachen nicht im Rasen oder auf der Strasse landen.»
Für Pius Ineichen und Luca Ricci ist es wichtig, dass Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen: Elternteile haben Kindern gegenüber eine Vorbildfunktion, auch punkto Güsel. Schliesslich tragen eine korrekte Mülltrennung und -entsorgung nicht nur zu weniger Arbeit, sondern vor allem zur besseren Umwelt bei.