Übers Jahr jedes Teammitglied empfangen und besucht
Jörg Amstutz und Bart van Weezenbeek finden den Praxisaustausch eine gute Sache. «Jeder hat seine Stärken und Schwächen», sagt Amstutz. «Wenn wir als Tandem unterwegs sind, bauen wir quasi beiläufig Know-how auf.» Kollege Bart van Weezenbeek ergänzt: «Wir lernen zudem die anderen Techniker wie auch deren Kreise besser kennen.» Bei Vertretungen beginnen sie nicht bei null, sondern waren schon mal vor Ort und wissen bestenfalls bereits über neuralgische Punkte Bescheid.
Einmal pro Monat sind die Technischen Hauswarte einen halben Tag zu zweit unterwegs. Zuerst treffen sie sich im Gebiet des einen, danach tauschen sie. Im eigenen Gebiet ist man jeweils Experte, im anderen Lernender. Anschliessend gibt es neue Tandems. Innerhalb eines Jahres haben die Hauswarte so jedes Teammitglied einmal empfangen und einmal besucht.
Jeder organisiert sich anders
Auch organisatorisch sind die Tandems wertvoll. Zwar arbeiten zurzeit noch alle mit dem elektronischen Postfach, wo sie die Aufträge vom Büro erhalten. Wie man am besten den Überblick behält und die richtigen Prioritäten setzt, entscheidet aber jeder für sich. Wie organisiert sich der andere? Was könnte ich von seiner Arbeitsweise übernehmen? Das sind Fragen, die sich die Technischen Hauswarte beim Blick über die Schulter stellen. Sie picken wertvolle Infos für sich heraus und lassen weg, was für sie nicht funktioniert.
Schliesslich gibt es für diesen Job kein Schema F, das man abarbeiten könnte. Flexibilität, Gelassenheit und schnelles Handeln sind gefragt. 5 bis 35 neue Aufträge landen an einem Tag im Maileingang der Technischen Hauswarte. Zu sechst sind sie für über 2 200 Wohnungen verantwortlich. Sie führen Reparaturen aus und kümmern sich um den laufenden Unterhalt.
Klingelnde Telefone
Allein während einer guten Stunde im Heizungsraum klingeln beide Telefone mehrmals. Eine Geschirrspülmaschine funktioniert nicht mehr und die Mieterin wartet auf ein Feedback. Bart van Weezenbeek telefoniert kurz ins Büro und verspricht, die Kontaktaufnahme heute noch zu übernehmen. «Früher habe ich ganze Tage verplant und dann viel Zeit damit verbracht, wieder umzudisponieren», erzählt er. Heute rufe er die Mieterinnen und Mieter bei Störungen nach wie vor zeitnah an. So holt er sie ab und sie wissen, dass sich jemand kümmert. Er weiss umgekehrt Bescheid, wann sie üblicherweise zu Hause sind, und kann das in seine Planung einbeziehen. Konkrete Termine vereinbart er jedoch nur noch einen nach dem andern.
Zeit für einen kurzen Kaffee bleibt dann doch noch im Pausenraum neben dem Heizungsraum im Breitenlachen, der als Ausgangspunkt und Büro für die Technischen Hauswarte fungiert. «Eigentlich ist das Tandem-Projekt nichts komplett Neues», sagt Jörg Amstutz abschliessend. «Wir haben uns ja vorher schon voneinander Hilfe geholt, wenn es brannte, und vertreten uns jeweils gegenseitig.» Aber durch den fixen Turnus passiert das auch mal nebenbei, ohne die Dringlichkeit einer plötzlichen Störung.