Genossenschaftskultur

Der Umgang mit der Vielfalt: Erste Ergebnisse

Erfahrungen austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln: Mieter*innen, Genossen­schafter*innen, abl-Mitarbeiter*innen und Vorstandsmitglieder diskutierten am ­Genossenschaftsforum das Zusammenleben inmitten einer vielfältigen Nachbarschaft.

Die «Perlen» des Austauschs – ausgewählt, geordnet und sichtbar gemacht.

Dass wir seit Frühling 2025 in jeder magazin-Ausgabe auf das zweite Genossenschaftsforum zum Thema «Umgang mit Vielfalt in der abl» hingewiesen haben, kommt nicht von ungefähr. Vielfalt prägt unseren Alltag in allen Bereichen und so auch das Wohnen unserer Mieter*innen in den abl-Siedlungen.

Zum Auftakt des Abends vom 20. November 2025 erinnerte abl-Präsident Marcel Budmiger daran, dass die abl Wohn- und Lebensraum für unterschiedlichste Bedürfnisse anbieten möchte: für Menschen aller Generationen und Kulturen, für Familien, Singles, Paare und Wohngemeinschaften. Dieses Miteinander ist einerseits bereichernd und bringt gleichzeitig Herausforderungen mit sich. Es erfordert stets gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz. Genau hier setzte das Genossenschaftsforum 2025 an. Die Teilnehmer*innen konnten ihre Erfahrungen, Sichtweisen und ihr Wissen dazu einbringen, wie das Zusammenleben inmitten von Vielfalt gestärkt werden kann.

Unterschiedliche Ideen miteinander verknüpfen
Mit Sandwiches und Getränken gestärkt, setzten sich die Teilnehmenden in ausgelosten Kleingruppen an neun im Saal verteilte Tische zusammen. In drei Austauschrunden diskutierten sie jeweils zwanzig Minuten lang diese Fragestellungen: 1. Wie erlebe ich Vielfalt in meiner Nachbarschaft? 2. Was braucht es für ein gutes Zusammenleben? 3. Was können wir dafür tun und wo soll die abl unterstützen? Ihre Gedanken, Erfahrungen und Ideen schrieben die Mitwirkenden direkt auf das Tischpapier. Nach jeder Runde wechselten sie den Tisch, um mit neuen Gesprächspartner*innen an den Ergebnissen der Vorrunde anzuknüpfen und darauf aufbauend die nächste Fragestellung zu diskutieren.

Der Erfahrungsaustausch zu Tisch gebracht.

Was wir mitnehmen
Nach gut einer Stunde entstanden farbige Collagen. Sie illustrierten persönliche Erfahrungen und zeigten bunte Ideen für ein gelingendes Miteinander. Auch Spannungsfelder, wie beispielsweise unterschiedliche Bedürfnisse der Generationen oder Sprachbarrieren zwischen den Kulturen, wurden festgehalten und sind Themen, die bei der Umsetzung der Ideen berücksichtigt werden müssen.

Im Anschluss an die Austauschrunden wählte jede Tischgruppe aus den Notizen und Zeichnungen zwei bis drei «Perlen», die für sie wichtigsten Erkenntnisse und Ideen, aus. Diese wurden auf grosse Post-its notiert, thematisch sortiert und an den Stellwänden aufgehängt. In der anschliessenden gemeinsamen Betrachtung liessen sich die Ergebnisse in folgende fünf Themenbereiche ordnen:

  • Willkommen sein  
    «Begrüssungsbrief mit Siedlungsinfos», «Willkommens-Apéro», «Sich bei den Nachbar*innen vorstellen». «Türsteckbrief – hier wohnt ..., ich mag Rollschuhfahren und esse gerne Spaghetti» … sind erste Inputs dazu, was Menschen helfen kann, sich in einer neuen abl-Siedlung willkommen zu fühlen. Sie sollen dabei die Nachbarschaft, Regeln, Angebote und Aktivitäten besser kennenlernen.
  • Schlüsselpersonen
    «Ansprechpartner*in», «Brückenbauer*in», «Siedlungs-Coach», «Kinder als Botschafter*innen» ... sollen in der Siedlung für Fragen der Mieter*innen zur Verfügung stehen, zwischen unterschiedlichen Interessen, Wünschen und Bedürfnissen vermitteln, Ideen und Initiativen aufnehmen und zusammenbringen.
  • Aktivitäten
    «Tisch nach draussen stellen, um gemeinsam Kaffee zu trinken», «Tag der offenen Wohnung», «interkulturelles Running Dinner», «Wimpelnähen», «Grillabend»... sind einige der vielen Ideen für Aktivitäten, die Bewohnende miteinander in Kontakt bringen und das Zusammenleben bereichern können.
  • Kommunikation
    «Kommunikation durch Bildsprache, Fotos», «Infos, Flyer in verschiedenen Sprachen», «mit verschiedenen Medien unterschiedliche Menschen mitdenken und ansprechen» … sind Anregungen, wie Informationen an möglichst viele Menschen weitergetragen und möglichst niederschwellig erklärt werden können.
  • Leitsätze (Charta)
    «Leben und leben lassen», «Vielfalt möglich machen», «Umgang tolerant, wertschätzend, respektvoll», «Lächelnd aufeinander zugehen», «meine Realität ist nur eine von vielen» … sind Stichworte, die weiter ergänzt und zu abl-Leitsätzen für das Zusammenleben in Siedlungen werden können. Natürlich gut sichtbar in jedem Eingang aufgehängt.

Nach den angeregten Diskussionen stiessen die Mitwirkenden bei einem reichhaltigen Apéro rund um das Cheminée-Feuer in der Stiftung Rodtegg auf das Erreichte an. In entspannter Atmosphäre wurden Gespräche, Ideen und Gedanken weitergeführt, bevor das 2. Genossenschaftsforum einen rundum gelungenen Abschluss fand.

2026 gemeinsam viel bewegen 
Im neuen Jahr sollen die ausgewählten «Perlen» nun weiterentwickelt werden und ihre Wirkung in den abl-Siedlungen entfalten. Spontan meldeten sich bereits am Genossenschaftsforum mehrere Teilnehmer*innen, um gemeinsam mit abl-Mitarbeiter*innen weiter mitzudenken und die «Perlen» zum Leuchten zu bringen. Wir freuen uns sehr darauf.  

Helfen Sie mit!

Sind auch Sie interessiert an einer der «Perlen»? Haben Sie einen zusätzlichen Gedanken oder eine Idee, die Sie ebenfalls einbringen und beitragen möchten? Schreiben Sie eine E-Mail an: genossenschaftskultur (at) abl.ch. Wir freuen uns, von Ihnen zu lesen.