In Stammgebieten wachsen und gezielt Neuland betreten. Die eigenen Siedlungen qualitätsvoll erneuern und massvoll verdichten – stets mit Fokus auf den Erhalt von preisgünstigem Wohnen und attraktivem Zusammenleben. So lauten die Ziele aus der Wachstumsstrategie des abl-Vorstands. Wie entwickelt die abl ihre Immobilien? Wie überprüft sie, wann und ob eine Siedlung saniert wird? Welche Kriterien sind hierbei wichtig?
Um ihre Siedlungen gesamtheitlich zu beurteilen und nachhaltig zu entwickeln, benutzt die Geschäftsleitung mit dem Siedlungsmonitoring ein eigens entwickeltes Instrument. An ihrer Jahresklausur hat sie damit alle Siedlungen auf «Herz und Nieren» geprüft und allfällige Sanierungen oder Erneuerungsvorhaben in eine langfristige Planung integriert. Wie diese Planung aktuell aussieht, zeigt die Übersichtskarte. Armando Wigger, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Projekt- und Qualitätsmanagement der abl, war massgeblich an der Umsetzung des neu geschaffenen Instruments beteiligt. Im Interview erzählt er, wie das Siedlungsmonitoring zukünftig die strategische Planung unterstützt.
Armando Wigger, die abl benutzt für die Bewertung ihrer Siedlungen das Siedlungsmonitoring – wozu dient dieses neue Instrument?
Die Siedlungsentwicklung ist für eine Wohnbaugenossenschaft eine zentrale strategische Aufgabe, um ihr Angebot langfristig und nachhaltig sicherzustellen. Die abl betreibt zurzeit an verschiedenen Standorten 16 Siedlungen, die unterschiedliche Voraussetzungen und Qualitäten aufweisen. Es war ein Anliegen der Geschäftsleitung, dass wir ein Instrument erhalten, mit dem wir einen breit gefächerten Überblick über den Zustand unserer Siedlungen erhalten. Diese Entwicklung des Siedlungsmonitorings mit den Fachbereichen war intensiv und spannend.
Auf welcher Grundlage werden die Siedlungen überprüft?
Wichtige Grundlage für das Siedlungsmonitoring sind die strategischen Zielsetzungen, welche aus den Statuten der abl abgeleitet werden. Pro Siedlung werden dann die Daten mit den konkreten Zielwerten und Indikatoren verglichen und bewertet. Das Siedlungsmonitoring erlaubt uns eine professionelle und interdisziplinäre Siedlungsentwicklung für bestehende und geplante Siedlungen. Frühzeitig Massnahmen ableiten und künftig auch die Entwicklungen zu erkennen – das soll das Monitoring uns ermöglichen.
Interdisziplinär heisst also, dass die Überprüfung über rein bauliche oder wirtschaftliche Themen hinausgeht?
Ja, die Themengruppen, welche im Siedlungsmonitoring beleuchtet werden, sind wie bereits erwähnt aus der Strategie abgeleitet und somit interdisziplinär. Wir betrachten nicht nur den Bau, sondern auch andere Themen wie Aussenraum, Finanzen, Wohnungsmix, Zusammenleben, Unterhalt, Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch, sozial) oder den technischen Betrieb (siehe Grafik). Mit diesem «Gesamtbild» können wir langfristig die richtigen Massnahmen einleiten. Wann macht eine Erneuerung Sinn? Wie tiefgreifend sind Sanierungen notwendig und welche Auswirkungen haben sie auf eine Siedlung? Wo macht es Sinn, eine Siedlung ohne Massnahmen bis ans Lebensende zu bewirtschaften, sprich «nichts» daran machen? Dies sind wichtige Fragen, die wir uns stellen – immer auch unter dem Aspekt der Vermietbarkeit unserer Wohnungen, der Attraktivität für unsere Mietenden und wichtig: preisgünstigen Wohnraum zu erhalten.